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Historische Entwicklung

Der Gründervater: Dr. med. Herbert Spernau

Die Geschichte der LNK Dr. Spernau ist untrennbar verbunden mit dem Namen Dr. med. Herbert Spernau. Er ist nicht nur der Gründer der Einrichtung, er arbeitete dort auch über mehr als vier Jahrzehnte als Chefarzt.

Dr. med Herbert Spernau kam auf Umwegen nach Bad Salzuflen. Geboren 1913 in Braunschweig, studierte er in Jena, Rostock, Düsseldorf und Freiburg Medizin und promovierte 1938. Weitere Stationen waren Göttingen, Görlitz, Frankfurt am Main und die Nervenklinik der medizinischen Akademie Danzig.

1946 erhielt Dr. med. Herbert Spernau die Anerkennung als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und wurde Oberarzt an der Universitätsnervenklinik Münster, die während der Kriegsjahre nach Bad Salzuflen ausgelagert worden war. Nachdem diese nach Münster zurückkehrte, konnte er hier seine eigene Klinik innerhalb weniger Jahre aufbauen. Mit mehreren wissenschaftlichen Veröffentlichungen trug er in dieser Zeit erheblich zur Reputation der LNK bei.

Dr. med. Herbert Spernau verstarb kurz vor seinem 80. Geburtstag im Februar 1993.

Eine Klinik zwischen Wandel und Kontinuität

Die Geschichte der »Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau« beginnt in den Monaten kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in einem Klinikgebäude, das einmal Pension für Kurgäste war. Sie beginnt mit Lotti und Karl Reuter, denen das »Haus Doris« gehörte, mit Professor Kehrer, der dort die ausgelagerte Münstersche Universitäts-Nervenklinik leitete und mit einem jungen Arzt, der sich dafür entschied, in Bad Salzuflen, in eben dieser Universitäts-Nervenklinik, den beruflichen Neuanfang zu wagen - Dr. med. Herbert Spernau.

Die Klinik »Haus Doris« war im Jahr ihrer Gründung 1947 keine reine Psychiatrie. Fast könnte man sie mit der modernen Vokabel »Medizinisches Versorgungszentrum« belegen, denn dort ging es interdisziplinär zu. Während Dr. Spernau als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie praktizierte, vertraten zwei weitere Kollegen die Innere Medizin und Orthopädie im Haus.

Doch dieses Kapitel blieb Episode. Die Klinik »Haus Doris« war wenige Jahre später, nach dem Ausscheiden der beiden Kollegen, ein privat geführtes Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie - bis heute eher eine Seltenheit in Deutschland, wo kommunale und kirchliche Träger dominieren.

Die 50er Jahre waren Jahre des Wandels und der Expansion. 1952 erwarb Dr. med. Herbert Spernau das Gebäude von der Familie Reuter, die jedoch weiterhin dort lebte. Aus der Klinik »Haus Doris« wurde die »Lippische Nervenklinik«, aus 40 Betten wurden zunächst 65, dann 86. Ein neuer Bettentrakt war geschaffen, neue Verwaltungsräume und ein Labor eingerichtet worden. So sehr Dr. med Herbert Spernau und seine Ehefrau Maria Spernau auch darauf achteten, dass die Klinik ein familiär geführtes Haus blieb, so notwendig waren doch auch in den Folgejahren Modernisierung und Veränderung. Die Klinik - 1968 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt - benötigte und erhielt eine moderne Beschäftigungstherapie sowie ein Schwimm- und Bewegungsbad. In den 80er Jahren sollten Räume für Mal-, Ergo- und Werktherapie hinzukommen. Mit dem steigenden Bedarf an psychiatrischer Versorgung, wuchs auch die Bettenzahl in der LNK weiter. 116 Betten und mehr als 115 Mitarbeiter zählte das Familienunternehmen in den 90er Jahren.

LNK heute

Heute findet in der LNK psychiatrische Versorgung nicht mehr nur in vollstationärer Form statt. Seit 2005 verfügt sie auch über eine Tagesklinik mit 15 Betten. Der wachsenden Bedeutung der Behandlung älterer Menschen trägt die Klinik seit 2006 Rechnung, als eine gerontopsychiatrische Station mit 20 Betten gebaut wurde. Weiterhin verfügt die LNK über eine allgemeinpsychiatrische, eine gerontopsychiatrische sowie eine Substitutionsambulanz. In der Planung befinden sich jetzt außerdem eine suchtpsychiatrische Station sowie eine suchtpsychiatrische Ambulanz. Damit stellt sich die LNK den Herausforderungen an ein modernes Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie ist mit 101 vollstationären Betten und 15 tagesklinischen Plätzen im Krankenhausbedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen ausgewiesen und erfüllt den psychiatrischen Pflichtversorgungsauftrag in der nördlichen Region des Kreis Lippe.

Die »Lippische Nervenklinik Dr. Spernau« steht auch weiterhin für Tradition und Kontinuität: Seit 2006 führt der Enkel des Klinikgründers, Alexander Spernau, als neuer Geschäftsführer die Klinik.