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Die stillen Helfer – Pflegende Angehörige

12. Mai 2017- Internationaler Tag der Pflege: LNK Dr. Spernau unterstützt pflegende Angehörige psychisch erkrankter Menschen.

 

Bad Salzuflen (LNK). Eltern, die ihr behindertes Kind versorgen, Menschen, die sich ihrer betagten Eltern annehmen, Männer oder Frauen, deren Partner/in krank wurde – all jene sind „pflegende Angehörige“. Doch was ist mit den Menschen, die sich um ihre psychisch erkrankten Angehörigen kümmern?

Oft erleben Angehörige im Umgang mit ihren psychisch erkrankten Familienmitgliedern, dass die Krankheit auch in ihr Leben einbricht und es dominiert, dass sie von einem Schicksal eingeholt werden, das sie nicht gewollt und nichts dazu beigetragen haben.

So kann es sein, dass ein Mensch mit einer Depression sich aus der Beziehung verabschiedet und im totalen Rückzug nicht mehr erreichbar ist, oder, dass ein Mensch in einer Psychose merkwürdige Dinge tut und ebenfalls nicht mehr erreichbar ist oder sei es, dass ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung Beziehungen und Verhaltensweisen nicht mehr regulieren kann. Hier sind Angehörige im besonderen Maße gefordert. Die Frage nach Ursachen der psychischen Veränderung oder Krankheit produziert viele Schuldgefühle. Das Andauernde und Langwierige vieler psychischen Erkrankungen führt bei pflegenden Angehörigen zu Selbstzweifeln.

Ebenso wie die Betroffenen, erleben Angehörige im Verlauf der Erkrankung ganz unterschiedliche Gefühlsreaktionen. Für die meisten Angehörigen ist es ein sehr schmerzhafter Prozess zu erkennen und anzuerkennen, dass ihr Angehöriger erkrankt ist. Wenn dann die Umwelt auch noch irritiert oder abweisend reagiert, kommen zu den Selbstzweifeln meist noch Scham. Die Übernahme von Verantwortung und Pflege wirft die Befürchtung mit auf, das eigene Leben nicht mehr im Griff zu haben, anderen Beziehungen und Verantwortungen nicht mehr nachkommen zu können, in Isolation oder Einsamkeit zu geraten oder von anderen Menschen ebenfalls gemieden zu werden.

In der Tat ist die Rolle der Verantwortungs-übernahme ein sehr sensibler Aushand-lungsprozess. Zwischen Vernachlässigung und Bevormundung von außen muss ein Weg gefunden werden, der für die erkrankte Person in dem derzeitigen Zustand passend und hilfreich ist. Die eigenen Grenzen dürfen Angehörige in die Überlegung mit einbeziehen. Denn kein Familienmitglied bedarf psychisch kranker Mitglieder und ausgebrannter Helfer!

Hier setzt die Arbeit der Angehörigenberater und Pflegetrainer der LNK Dr. Spernau in Kooperation mit der Universität Bielefeld und der AOK NordWest an. Befindet sich ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung in der LNK, haben die Angehörigen unabhängig ihrer Krankenkassenzugehörigkeit den Anspruch auf ein Erstgespräch mit den Pflegetrainerinnen. Dabei werden die Angehörigen mit Wertschätzung für ihre bisher geleistete Arbeit begegnet. Ein individueller Schulungsplan kann unter anderem Leistungen zu Familienberatungs-gesprächen im Krankenhaus, zu Pflegetrainings vor Ort in der Klinik, Qualitätschecks in der Familie und aufbauende Pflegekurse enthalten.

Mit der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II zum 01.01.2017 besteht die Möglichkeit einen Pflegegrad zu erhalten und damit Leistungen aus der Pflegekasse zu beziehen, die sich nicht nur an körperlichen Defiziten messen. Psychische und kognitive Einschränkungen sowie Hilfen bei der Alltagsbewältigung, die in zu erwartender Weise über ein halbes Jahr hinaus anhalten, werden dabei ebenso berücksichtigt.

Ursula Reese und Helga Kossack  beraten als Pflegetrainerinnen z.B. zu rückenschonende Lagerungstechniken und Mobilisation, zur Grundpflege im Bett, Sturzprophylaxe, zum Verbandswechsel, Anreichen von Essen, zur Unterstützung beim An- und Auskleiden und zu tagesstrukturierenden Maßnahmen. Das besondere, sie unterstützen auch aufsuchend bis zu sechs Wochen nach Beendigung eines stationären Aufenthaltes direkt im häuslichen Umfeld. Der Fokus nicht auf den Defiziten des erkrankten Menschen sondern auf seinen noch vorhandenen Fähigkeiten, ganz nach dem Motto „Arbeit am Guten“, so die beiden Pflegetrainerinnen Reese und Kossack.

Anlässlich des internationalen  Tag der Pflege am 12. Mai will die LNK Dr. Spernau mit pflegenden Angehörige sprechen, die sonst wenig Gehör finden- Angehörige psychisch erkrankter Menschen.  Alle interessierten Angehörigen, Betroffenen und Gäste sind mit ihren Angehörigen in den Veranstaltungsraum der LNK Dr. Spernau von 14:00 – 17:00 Uhr  zum offenen Aktionstag eingeladen.  In offener Atmosphäre soll Gelegenheit zum Kennenlernen, Informieren, Beraten sowie zum aktiven Austausch mit Ursula Reese und Helga Kossack gegeben und das neue Angebot zu regelmäßigen Angehörigentreffen vorgestellt werden.

Neues kostenloses und informatives Angebot für alle interessierten Angehörigen und Betroffenen:

Zu besonderen Fragen und Themen bietet die LNK Dr. Spernau ab Samstag, 13 Mai 2017 regelmäßig an Samstagen Angehörigentreffen in den Räumen der Tagesklinik an. Es soll praktisches Wissen für eine adäquate häusliche Versorgung von psychisch erkrankten Menschen vermittelt werden. Die Pflegetrainerinnen Ursula Reese und Helga Kossack geben Unterstützung und Beratung zum Umgang mit Herausforderungen und speziellen Alltagsproblemen wie Stimmungsschwankungen, veränderten Verhaltensweisen, Aggression bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Während der Angehörigentreffen wird die Betreuung und Versorgung der zu pflegenden Angehörigen durch unser Ergotherapie- und Pflegeteam organisiert.

 

Weitere Termine Angehörigentreffen:

  • 10.06.2017 zum Thema Depression
  • 08.07.2017 zum Thema Psychose
  • 09.09.2017 zum Thema richtige Kommunikationen mit den betroffenen Angehörigen
  • 04.11.2017 zum Thema Demenz
  • 09.12.2017 zur Rückschau, Fragen und Planungen für das Jahr 2018

 

Anmeldung und weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen unter 05222/188-433 oder per Email an

pflegende-angehoerige@LNK.de

 

 

Kurzporträt:

Die LNK Dr. Spernau in Bad Salzuflen ist ein modernes Fach­krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit überregiona­lem Einzugsgebiet. In einem stationären Bereich mit 101 Betten, einer Tagesklinik mit 15 Behandlungsplätzen und mehre­ren Ambulanzen (Allgemein-, Alters- und Suchtpsychiatrie) werden sämtliche psychiatrische Erkrankungen bei Erwachsenen behandelt. Spezial- und Schwerpunktstatio­nen für affektive und schizophrene Erkrankungen, Alterspsychiatrie, qualifizierte Entzugsbehandlung und Psychosomatik und Psychotherapie bieten die Möglichkeit zur ganzheitlichen stö­rungsspezifischen Behandlung.  Weiterer Leistungsschwerpunkt ist die Erkennung und Behandlung von Hirnleistungsstörungen durch die Abteilung für klinische Psychologie und Neuropsychologie.

 

Alexander Spernau, Enkel des Klinikgründers, leitet seit 2005 die LNK als ostwestfälisches Familienunter­nehmen in der dritten Generation.

 

LNK Dr. Spernau

Waldstraße 2

32105 Bad Salzuflen

Tel. +49 5222 188-103

Fax +49 5222 188-199

info@LNK.de

www.LNK.de

 

Ansprechpartner

Ursula Reese (Pflegetrainerin)

Tel.: 05222/188-422