Gruppentherapien

Neben den psychotherapeutischen Grundbehandlungen kommen hierbei folgende Gruppentherapien zur Anwendung:

Stressbewältigungstraining

Der Schwerpunkt des Stressbewältigungstrainings liegt in der persönlichen Klärung der Entstehung von Stress und Stressreaktionen (körperlich und seelisch betrachtet), deren unterhaltenden Faktoren, sowie dem Erarbeiten von sinnvollen Möglichkeiten zum Stressabbau. Neben dem Aufbau neuer und nützlicher stressvermindernder Verhaltensweisen wird insbesondere auf die Veränderung der, den Stress mitverursachenden Gedanken, Wert gelegt. Eine positive Haltung gegenüber alltäglichen Aufgaben und Problemen soll gefördert werden. Übungen zur Anwendung der erlernten neuen Fertigkeiten runden das Gruppenangebot ab.

Soziales Kompetenztraining

Im sozialen Kompetenztraining sollen Patienten selbstsicheres Verhalten lernen, verbessern oder vorhandene Fertigkeiten ausbauen. Inhaltlich geht es um die Verbesserung der Verständigung und des Verständnisses untereinander, das Vertreten und Durchsetzten eigener Rechte, die sinnvolle Gestaltung von Partnerschaften, die Aufnahme neuer Kontakte zu anderen Menschen, sowie die Verbesserung des Verständnisses und der Akzeptanz für die eigene Erkrankung. Dem Patienten wird dabei Mut gemacht in unterschiedlichen Situationen zu seiner Erkrankung zu stehen. In allen Teilbereichen werden praktische Übungen und Rollenspiele in der Gruppe durchgeführt, um neuer Erfahrungen zu sammeln.

Psychoedukation schizophrener Patienten (Pegasus-Gruppe)

Innerhalb von insgesamt neun Behandlungsstunden wird mit dem Patienten ein angemessenes Krankheitskonzept erarbeitet. Neben der Erklärung biologischer und psychischer sowie sozialer Hintergründe/Ursachen der psychotischen/schizophrenen Verletzlichkeit und der Gewichtung von Stressfaktoren bei der Auslösung der akuten Erkrankung, werden der Verlauf und Fortgang der Erkrankung beleuchtet. In einem weiteren Teil wird die medikamentöse Behandlung erklärt (Wirkung der Medikamente, Nebenwirkungen, Umgang mit Nebenwirkungen). Abschließend werden Rückfallvorbeugung und Krisenbewältigung unter Erarbeitung eines persönlichen Krisenplanes in den Mittelpunkt gestellt.

Problemlösetraining

Anhand eines zehn Behandlungsstunden umfassenden Programms erlernen Patienten, die an einer Psychose erkrankt sind ein dreischrittiges Problemlösemodell (Problembeschreibung, Zielbestimmung und Umsetzung ins Handeln) kennen und wenden dieses an einem eigenen Alttagsproblems geleitet an. Im ersten Abschnitt der Behandlung wird zur Einführung des Problemlösemodells das Krankheitsverständnis gestärkt und die besondere Bedeutung von ersten Krankheitsanzeichen gewichtet. Nach der Einführung in das Problemlösemodell und der praktischen Anwendung anhand eines eigenen Beispiels, werden die Gruppenstunden durch das Erlernen positiver innerer Sätze und durch die Erarbeitung eines persönlichen Krisenplanes, abgerundet.

Entspannungstraining

Mit gezielten und sich wiederholenden Übungen aus dem Muskelentspannungstraining nach Jacobson (schrittweises Anspannen und anschließendes Entspannen bestimmter Muskelbereiche des Körpers) wird dem Patienten eine sehr nützliche Methode zur Entspannung vermittelt. Hierbei stehen neben dem zu erzielenden Entspannungseffekt bei der abgeleiteten Übung selber, besonders die eigenverantwortliche Anwendung der erlernten Entspannungsschritte, zur Verbesserung der eigenen Befindlichkeit in belastenden Alltagssituationen ohne aufwendige äußere Hilfen, im Mittelpunkt der Therapie.

 

Depressionsgruppe

In dieser Gruppe werden Symptome der Depression behandelt, ein funktionales Verständnis zur Entstehung der Erkrankung entwickelt und Selbststeuerungstechniken erlernt, um die Erwartung zu erhöhen durch eigene Fähigkeiten erwünschte Handlungen erfolgreich auszuführen. Der Zusammenhang der wechselseitigen Beziehung zwischen eigenem Verhalten, der Art zu Denken und der emotionalen Befindlichkeit wird sowohl auf der Ebene der Wissensvermittlung als auch anhand von praktischen Übungen nahegebracht. Zur Verbesserung der Stimmung und des Antriebs findet zunächst ein Aktivitätsaufbau statt, mit dem Ziel eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen angenehmen Aktivitäten und Pflichten. Danach werden Techniken zur Veränderung eines depressiven Denkstils geübt, um z.B. häufiges Grübeln zu verringern. Zur Stärkung des Selbstvertrauens und zum Abbau von Ängsten und Vermeidungsverhalten im Kontakt mit Anderen werden soziale Kontakte gefördert. Abschließend werden hilfreiche Strategien im Sinne einer günstigen Einflussnahme auf die Gesundheit, gemeinsam im Rückblick besprochen.

Suchtgruppe

In der Suchtgruppe werden grundlegende Inhalte zum Hintergrund von Abhängigkeitserkrankungen vorgestellt. Woran können Betroffene erkennen, dass sich eine Suchterkrankung entwickelt hat? Liegt z.B. ein Kontrollverlust bezüglich des Suchtmittelkonsums vor, besteht eine Art „innerer Zwang“ die Substanz einzunehmen, treten Entzugserscheinungen auf, sind Folgeschäden (körperlich, psychisch, sozial) entstanden? Wie wirken die verschiedenen Suchtmittel (z.B. Alkohol, Medikamente mit Suchtpotenzial) und welche Auswirkungen hat ein langfristiger Konsum auf das Gehirn? Begriffe wie „Belohnungszentrum“ und „Suchtgedächtnis“ werden in diesem Zusammenhang erläutert. Psychologische Modelle helfen die Entwicklung einer Abhängigkeit zu verstehen, die Krankheitseinsicht zu vertiefen und mehr über die Entstehung und Bewältigung von Rückfällen zu erfahren. Weitere Themen sind: Welche kurzfristigen Strategien sind hilfreich, um starkes Suchtverlangen („Craving“) alternativ ohne erneuten Substanzkonsum zu überwinden. Wohin kann man sich in solchen Situationen wenden und wozu ist ein „Notfallplan“ hilfreich? Um zu wissen, welche Behandlungsmöglichkeiten sich nach der Inanspruchnahme des qualifizierten Entzugs anschließen können, finden regelmäßige Besuche von Mitarbeitern anerkannter suchttherapeutischer Einrichtungen statt.